Der Kilometerstand beeinflusst beim Kauf oder Verkauf eines Autos meist den Preis: Viele gefahrene Kilometer bedeuten mehr Nutzung und möglichen Verschleiß. Einen festen Abschlag pro Kilometer gibt es nicht. Entscheidend ist, wie der Kilometerstand zu Alter, Fahrzeugtyp, Zustand und Wartung passt.

Der Kilometerstand zählt im Verhältnis

Der Kilometerstand lässt sich erst einordnen, wenn Sie ihn mit ähnlichen Fahrzeugen vergleichen. Ein zehn Jahre altes Auto mit einer bestimmten Laufleistung ist anders zu bewerten als ein zwei Jahre altes Modell mit derselben Zahl auf dem Tacho. Auch die Fahrzeugklasse spielt eine Rolle: Bei manchen Modellen ist eine hohe Laufleistung für ihr Alter weniger ungewöhnlich als bei anderen.

Wie stark sich das auswirkt, zeigt die ADAC-Gebrauchtwagenpreisliste für Frühjahr und Sommer 2026. Die Liste setzt je nach Fahrzeugklasse eine andere durchschnittliche Laufleistung an. So können Sie den Kilometerstand in der ADAC-Bewertung einordnen. Sie gelten nicht als allgemeiner Richtwert für jedes Auto und bewerten auch nicht Ihr konkretes Fahrzeug.

Warum der Preis nicht linear sinkt

Ein pauschaler Betrag pro zusätzlichem Kilometer wäre irreführend. Bewertungslisten vergleichen den Kilometerstand mit dem Durchschnitt der jeweiligen Fahrzeugklasse. Manche passen den Preis dabei in mehreren Stufen an. Deshalb führt dieselbe Abweichung bei zwei unterschiedlichen Modellen nicht automatisch zum gleichen Preisabschlag.

Der Markt setzt nicht für jeden zusätzlichen Kilometer denselben Preisabschlag an. Vergleichen Sie deshalb Angebote desselben Modells mit ähnlichem Baujahr und ähnlicher Ausstattung. Achten Sie dabei auf den Kilometerstand und den Zustand. Prüfen Sie außerdem, ob es sich um einen Händlerverkaufspreis oder einen Privatangebotspreis handelt. Händlerverkaufspreise und Privatangebotspreise lassen sich nicht direkt miteinander vergleichen.

Zustand und Nutzung prüfen

Wenig Kilometer bedeuten nicht automatisch wenig Verschleiß. Ein Auto, das häufig nur auf kurzen Strecken gefahren wurde, kann stärker beansprucht sein als eines mit höherer Laufleistung, das überwiegend lange Strecken zurückgelegt hat. Umgekehrt ist eine hohe Laufleistung allein kein Beweis für einen schlechten Zustand.

Prüfen Sie deshalb, ob Kilometerstand, Wartungsunterlagen und sichtbarer Verschleiß zusammenpassen. Serviceheft und Rechnungen zeigen, ob Inspektionen dokumentiert sind. Prüfen Sie beim Kauf außerdem den allgemeinen Pflegezustand und die Reparaturhistorie. Nicht dokumentierte Schäden oder anstehende Reparaturen beeinflussen den Preis ebenfalls.

Modell und Ausstattung einbeziehen

Marke, Modell und Nachfrage beeinflussen, wie stark die Laufleistung den Preis verändert. Auch Ausstattung und Zustand des konkreten Fahrzeugs zählen bei der Bewertung. Bei Elektroautos zählt zusätzlich der Zustand der Antriebsbatterie, der beispielsweise über den sogenannten State of Health beschrieben wird. Dieser Wert gibt an, wie viel ihrer ursprünglichen Kapazität die Batterie noch hat.

Vergleichen Sie deshalb Fahrzeuge mit ähnlicher Ausstattung und gut dokumentierter Historie. Ein Online-Rechner kann einen ersten Richtwert liefern, ersetzt aber keine Prüfung des konkreten Fahrzeugs.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert