Beim Ölwechsel müssen Sie das Öl nach den Vorgaben für Ihren Motor auswählen. Die Angabe auf dem Ölgebinde, etwa 5W-30, nennt die Viskositätsklasse. Sie beschreibt, wie zähflüssig das Öl bei bestimmten Temperaturen ist. Diese Angabe allein zeigt nicht, ob das Öl für Ihr Auto geeignet ist.

Schauen Sie zuerst in die Betriebsanleitung oder in die Serviceinformationen für Ihr Fahrzeug. Dort finden Sie die vorgeschriebene Ölnorm und das Wechselintervall. Vergleichen Sie beides mit den Angaben auf dem Ölgebinde.

Was die Angaben auf dem Öl bedeuten

Die SAE-Klasse, zum Beispiel 5W-30, beschreibt, wie das Öl bei Kälte und Wärme fließt. Zwei Öle mit derselben SAE-Klasse können trotzdem unterschiedliche Anforderungen erfüllen.

ACEA-Klassen wie A3/B4 oder C3 geben an, welche Anforderungen ein Öl erfüllt und für welche Einsätze es gedacht ist. Sie sind keine Rangliste: Eine höhere Zahl bedeutet nicht, dass das Öl für jedes Auto besser ist. Einige ACEA-Kategorien sind zum Beispiel für Motoren mit Abgasnachbehandlung wie einem Partikelfilter gedacht. Je nach Motor passen sie trotzdem nicht.

Eine Herstellerfreigabe, etwa eine VW-Norm oder eine MB-Freigabe, bedeutet, dass das Öl bestimmte Anforderungen des Fahrzeugherstellers erfüllt. Entscheidend ist die Norm, die der Hersteller für Ihren Motor vorschreibt. Die ACEA-Angabe allein reicht dafür nicht aus.

So prüfen Sie das passende Öl

Notieren Sie zuerst Modell, Baujahr und Motor. Auch bei derselben Baureihe gelten je nach Motor unterschiedliche Vorgaben. Suchen Sie in der Betriebsanleitung oder in den Serviceinformationen nach der vorgeschriebenen Norm. Vergleichen Sie sie mit den Angaben auf dem Gebinde.

Wenn eine Herstellerfreigabe vorgeschrieben ist, prüfen Sie im Zweifel, ob der Hersteller genau dieses Öl freigegeben hat. Mercedes-Benz führt freigegebene Produkte zum Beispiel in seinen Listen zu Betriebsstoffen auf. Bei Volkswagen steht die vorgeschriebene Ölnorm in der Betriebsanleitung. Für neuere Fahrzeuge gibt es auch eine digitale Anleitung. Passen die Angaben auf dem Gebinde nicht eindeutig zu den Unterlagen, fragen Sie vor dem Einfüllen eine Vertragswerkstatt oder den Hersteller.

Wann der Ölwechsel fällig ist

Halten Sie das Wartungsintervall Ihres Fahrzeugs ein. Es richtet sich nach den gefahrenen Kilometern, der Zeit oder einem flexiblen Wartungssystem. Das Intervall hängt vom Fahrzeug und von der Wartungsvariante ab.

Viele kurze Fahrten im Stadtverkehr können das Öl stärker belasten. Dabei erreicht der Motor oft nicht lange genug seine optimale Betriebstemperatur. Wenn Sie überwiegend so fahren, prüfen Sie in der Betriebsanleitung, ob ein kürzeres Wechselintervall vorgesehen ist. Warten Sie mit dem Wechsel nicht, bis eine Warnanzeige aufleuchtet.

Nachfüllen ersetzt keinen Wechsel

Sinkt der Ölstand, füllen Sie passendes Öl nach und beachten Sie die Angaben in der Betriebsanleitung. Dadurch wird das Öl aber nicht erneuert. Rückstände und Abrieb bleiben im Motor, und die Additive im gebrauchten Öl verlieren mit der Zeit einen Teil ihrer Wirkung.

Beim regulären Ölwechsel wird deshalb auch der Ölfilter gewechselt. Er fängt unter anderem Metallabrieb und Verbrennungsrückstände auf. Der ADAC empfiehlt, auch die Dichtung zu wechseln.

Welche Folgen falsches Motoröl hat

Ein Öl mit einer unpassenden Norm erfüllt die Anforderungen des Motors möglicherweise nicht. Das kann Verschleiß oder Schäden begünstigen und Garantieansprüche gefährden. Ein Fehler beim Öl beendet jedoch nicht automatisch alle Garantie- oder Gewährleistungsrechte. Die Folgen hängen vom konkreten Fall ab.

Wenn Sie nach dem Kauf eines Gebrauchtwagens nicht wissen, welches Öl eingefüllt wurde, ermitteln Sie die Herstellervorgabe anhand der Fahrzeugdaten. Lassen Sie den Ölstand und den Wartungszustand prüfen. Entscheiden Sie nicht allein nach der SAE-Zahl auf einem alten Kanister.

Quellen und weitere Informationen
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Hinweis zum Fahrzeug

Angaben können je nach Modell und Baujahr abweichen. Beachten Sie die Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs. Eine Beschreibung im Internet ersetzt keine Diagnose am Auto.