Kurze Antwort

Wenn das Auto abends noch anspringt, morgens aber nicht mehr, hat die Batterie im Stand zu viel Strom abgegeben, war schon schwach oder wurde während der Fahrt nicht genug geladen. „Leer“ heißt oft nur, dass die Batterie nicht mehr genug Leistung zum Starten hat. Sie ist damit nicht unbedingt vollständig entladen.

Bei einem intakten Auto mit voll geladener Batterie reicht der normale Stromverbrauch im Stand nicht, um das Auto über Nacht startunfähig zu machen. Gründe sind zum Beispiel vergessenes Licht, eine schwache Batterie oder ein Fehler in der Ladeanlage.

Welche Verbraucher die Batterie entladen

Standlicht kann die Batterie über Nacht so weit entladen, dass der Motor morgens nicht mehr startet. In einem ADAC-Test verbrauchten drei Fahrzeuge mit eingeschaltetem Standlicht 2,5 bis 3 Ampere. Diese Werte gelten für die Testwagen und sind keine festen Werte für alle Modelle.

Auch die Innenbeleuchtung kann mehr Strom verbrauchen. Dasselbe gilt für ein dauerhaft angeschlossenes Gerät oder eine offene Heckklappe. Bei sechs von 25 untersuchten Fahrzeugen blieb der Stromverbrauch bei geöffneter Heckklappe länger erhöht. Ein nur unverschlossenes Auto mit geschlossenen Türen verbrauchte im selben ADAC-Test dagegen fast so wenig Strom wie ein verriegeltes Fahrzeug. Ob offene Türen oder Klappen den Stromverbrauch erhöhen, hängt vom Fahrzeug und der Situation ab.

Warum eine schwache Batterie morgens ausfällt

Eine alte oder bereits entladene Batterie reicht abends vielleicht noch zum Starten, versagt aber am nächsten Morgen. Der Anlasser braucht beim Start viel Strom. Bei Kälte sinkt die verfügbare Startleistung zusätzlich.

Auch häufige Kurzstrecken können dazu führen, dass die Batterie nicht genug geladen wird. Die Lichtmaschine lädt die Batterie während der Fahrt. Bei kurzen Fahrten reicht die Zeit möglicherweise nicht aus, um die beim Start verbrauchte Energie wieder auszugleichen. Dann ist die Batterie schon vor der Nacht zu schwach geladen.

Der Strom, den ein abgestelltes Auto weiter verbraucht, heißt Ruhestrom. Bei 25 aktuellen, neuwertigen Fahrzeugen maß der ADAC nach dem Abschließen einen normalen Ruhestrom von 5 bis 40 Milliampere. Unter den Testbedingungen lag die rechnerische Standzeit bei etwa zwei bis zwölf Monaten. Diese Werte gelten nicht für jedes Modell und erst recht nicht für eine gealterte oder schwach geladene Batterie. Sie zeigen aber, warum normaler Ruhestrom allein einen Ausfall nach nur einer Nacht kaum erklärt.

Wenn die Autobatterie wiederholt leer ist

Wenn das Auto nach Starthilfe oder dem Aufladen wieder startet, später aber erneut ausfällt, sollte die Werkstatt nicht nur die Batterie prüfen. Lassen Sie die Batterie mit einem Belastungstest prüfen und außerdem die Ladeanlage sowie den Ruhestrom messen. Eine einfache Spannungsmessung zeigt laut ADAC nur ungefähr, wie stark die Batterie geladen ist. Sie sagt nicht vollständig aus, wie gut die Batterie den Motor starten kann.

Neben der Batterie können auch die Lichtmaschine, ihr Regler, ein Riemen oder elektrische Anschlüsse defekt sein. Laut HELLA kann auch eine defekte Diode, ein Bauteil in der Lichtmaschine, die Batterie im Stand entladen. Ein wiederholter Ausfall beweist deshalb nicht, dass nur die Batterie ersetzt werden muss.

Prüfen Sie zuerst, ob Stand- oder Innenlicht eingeschaltet blieb, eine Tür oder Heckklappe offen war oder ein zusätzliches Gerät angeschlossen ist. Beachten Sie für Starthilfe und Laden die Hinweise in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs. Wiederholte Tiefentladung kann die Batterie dauerhaft schädigen.

Quellen und weitere Informationen
Batterie & Starten →Laden & Reichweite →
Hinweis zum Fahrzeug

Angaben können je nach Modell und Baujahr abweichen. Beachten Sie die Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs. Eine Beschreibung im Internet ersetzt keine Diagnose am Auto.