Kurze Antwort

Wenn das Auto morgens nicht startet, war die Batterie häufig schon vorher geschwächt oder nicht ausreichend geladen. Kälte macht das oft erst bemerkbar. Der normale Stromverbrauch eines abgeschlossenen Autos entlädt eine gesunde Batterie über Nacht nicht so weit, dass der Motor nicht mehr startet.

Ein eingeschalteter Verbraucher oder ein aktives Steuergerät zieht zusätzlichen Strom. Ist die Batterie stark entladen oder alt, reicht ihre Ladung nach einer Nacht möglicherweise nicht mehr für den Anlasser. Meist lässt sich die Ursache erst erkennen, wenn eine Werkstatt die Batterie und das Ladesystem prüft. Dazu gehören die Lichtmaschine und ihre zugehörigen Bauteile. Bei Bedarf misst die Werkstatt auch den Stromverbrauch im Stand.

Eine schwache Autobatterie liefert weniger Startstrom

Eine ältere oder vorgeschädigte Starterbatterie speichert weniger Energie und liefert beim Start weniger Strom. Sie kann deshalb noch Beleuchtung und andere Verbraucher versorgen, beim Anlassen aber versagen. Kälte verschärft das Problem. Häufig fällt eine schwache Batterie deshalb an kalten Tagen erstmals auf.

Das Alter allein erklärt nicht immer, warum das Auto gerade über Nacht ausfällt: Oft war die Batterie schon am Vorabend nicht mehr voll geladen. Ein langsamer Anlasser oder wiederkehrende Startprobleme sind Hinweise, aber kein sicherer Beweis für einen Batteriedefekt. Lassen Sie die Batterie testen, bevor Sie sie ersetzen.

Ruhestrom entlädt die Autobatterie

Der Strom, den ein abgestelltes Auto weiter verbraucht, heißt Ruhestrom. Ist dieser Verbrauch ungewöhnlich hoch, sind zum Beispiel eingeschaltetes Standlicht oder Innenlicht mögliche Ursachen. Auch eine offene Tür oder Heckklappe kann dazu führen, dass Steuergeräte länger aktiv bleiben.

Der ADAC maß 2022 bei 25 aktuellen, neuwertigen Fahrzeugen nach dem Abschließen und einer Wartezeit von etwa 25 Minuten einen Ruhestrom von 5 bis 40 Milliampere. Bei offener Heckklappe blieb der Verbrauch in sechs dieser Fahrzeuge erhöht und erreichte bis zu 0,45 Ampere. Brennendes Standlicht zog bei drei getesteten Fahrzeugen 2,5 bis 3 Ampere; dadurch konnte die Batterie in weniger als 24 Stunden startunfähig werden. Die Werte gelten für diese getesteten Fahrzeuge und sind keine Grenzwerte für jedes Modell.

Kontrollieren Sie zuerst, ob Licht oder Innenbeleuchtung eingeschaltet sind und ob alle Türen und Klappen richtig schließen. Tritt der Ausfall erneut auf, sollte eine Werkstatt den Ruhestrom messen. Ein normaler Standverbrauch allein erklärt eine leere Batterie nach nur einer Nacht meist nicht.

Die Batterie ist vor der Nacht nicht voll geladen

Viele kurze Fahrten und längere Standzeiten können dazu führen, dass die Lichtmaschine die Batterie nicht ausreichend nachlädt. Dann sinkt der Ladezustand über Tage oder Wochen. Die Batterie ist abends bereits schwach und reicht am nächsten Morgen nicht mehr zum Starten. Das Ladeproblem entstand also meist vor der betreffenden Nacht.

Auch ein Defekt an der Lichtmaschine oder einem anderen Teil des Ladesystems kommt infrage. Leuchtet die Batteriewarnleuchte während der Fahrt dauerhaft oder wird die Beleuchtung auffällig schwächer, lassen Sie das Fahrzeug zeitnah prüfen. Eine einzelne Messung der Batteriespannung zeigt, wie voll die Batterie gerade ist. Sie sagt aber nicht zuverlässig, wie viel Energie eine ältere Batterie noch speichern kann.

Was Sie bei leerer Autobatterie tun können

Achten Sie zuerst auf Ihre Sicherheit. Steht Ihr Auto an einer gefährlichen Stelle, ziehen Sie eine Warnweste an und sichern Sie die Pannenstelle. Schalten Sie anschließend mögliche Verbraucher aus und prüfen Sie Licht, Innenraum und Türen.

Vermeiden Sie wiederholte erfolglose Startversuche. Nach spätestens drei erfolglosen Versuchen empfiehlt der ADAC professionelle Hilfe. Geben Sie nur dann Starthilfe, wenn die Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs das erlaubt. Verwenden Sie die in der Anleitung genannten Anschlusspunkte. Am Auto mit der leeren Batterie gehört das schwarze Kabel an den vorgeschriebenen Massepunkt, nicht einfach an den Minuspol der Batterie. Falsche Anschlüsse können die Fahrzeugelektrik beschädigen. Bei manchen Elektroautos ist Starthilfe als Spenderfahrzeug nicht zulässig.

Nach einem erfolgreichen Start ist die Ursache noch nicht behoben. Laden Sie die Batterie mit einem passenden Ladegerät und beachten Sie dabei die Bedienungsanleitung. Wenn die Batterie erneut leer ist, lassen Sie Batterie und Ladesystem prüfen; bei Verdacht auf erhöhten Verbrauch gehört auch eine Ruhestrommessung dazu.

Quellen und weitere Informationen
Batterie & Starten →Laden & Reichweite →
Hinweis zum Fahrzeug

Angaben können je nach Modell und Baujahr abweichen. Beachten Sie die Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs. Eine Beschreibung im Internet ersetzt keine Diagnose am Auto.