Für den Autoverkauf brauchen Sie einen Preis, der zum Fahrzeug und zum Verkaufskanal passt. Online-Bewertungen geben einen ersten Richtwert. Der tatsächliche Verkaufspreis hängt außerdem davon ab, in welchem Zustand das Auto ist und wie viele Kilometer es gefahren wurde. Auch die Ausstattung und die Nachfrage nach vergleichbaren Autos spielen eine Rolle.
Unterscheiden Sie zwischen Angebotspreis im Inserat, tatsächlich vereinbartem Verkaufspreis und Ankaufspreis beim Händler. Diese Preise beschreiben unterschiedliche Dinge. Prüfen Sie einen passenden Richtwert und begründen Sie Abweichungen mit konkreten Merkmalen Ihres Autos. So finden Sie einen fairen Angebotspreis.
Online-Bewertung als Richtwert nutzen
Notieren Sie zuerst die genaue Fahrzeugvariante: Erstzulassung, Modell, Motorisierung, Getriebe, Ausstattungslinie und Kilometerstand. Schon unterschiedliche Motoren oder Getriebe können den Vergleich mit vermeintlich ähnlichen Autos verfälschen.
Nutzen Sie anschließend einen oder mehrere Online-Rechner. Achten Sie darauf, welche Preisart das Ergebnis beschreibt. Der ADAC-Preisrechner weist für Fahrzeuge der letzten zehn Jahre einen durchschnittlichen Händler-Verkaufspreis aus. Die DAT bezeichnet ihre Online-Bewertung als vorläufige, unverbindliche Schätzung des erzielbaren Kaufpreises. AutoScout24 orientiert sich am durchschnittlichen Angebotspreis vergleichbarer Fahrzeuge. Die Ergebnisse können deshalb voneinander abweichen, weil die Rechner unterschiedliche Preise angeben.
Nutzen Sie den Rechnerwert als Ausgangswert für Ihre eigene Einschätzung des Privatverkaufspreises. Prüfen Sie außerdem, welche Angaben der Rechner berücksichtigt. Wenn der Kilometerstand bereits eingerechnet ist, sollten Sie ihn später nicht noch einmal pauschal als Abschlag ansetzen.
Zustand konkret bewerten
Halten Sie fest, was den Zustand Ihres Autos tatsächlich belegt. Dazu gehören Wartungsnachweise und Rechnungen sowie erledigte Reparaturen. Notieren Sie auch Schäden, technische Mängel und Reifenverschleiß. Halten Sie außerdem den nächsten Termin für die Hauptuntersuchung fest. Vollständige Unterlagen helfen Käufern, den Zustand besser einzuschätzen. Umgekehrt sollten Sie bekannte Schäden und fällige Arbeiten offen angeben.
Für Kratzer, abgenutzte Reifen oder technische Mängel gibt es keine allgemeingültige Euro-Tabelle. Ziehen Sie deshalb keine frei geschätzten Beträge vom Richtwert ab. Vergleichen Sie stattdessen Ihr Auto mit Inseraten, die einen ähnlichen Zustand beschreiben. Bei größeren Schäden oder unklaren technischen Problemen liefert eine unabhängige Prüfung oder ein Gutachten eine bessere Grundlage.
Laufleistung richtig einordnen
Vergleichen Sie den Kilometerstand mit Fahrzeugen derselben Baureihe und ähnlichen Alters. Wie stark sich mehr oder weniger Kilometer auf den Preis auswirken, lässt sich nicht mit einer festen Regel berechnen. Das hängt unter anderem von der Fahrzeugklasse und davon ab, mit welchen Autos Sie vergleichen.
Auch die Nutzung zählt. Ein Wagen mit wenigen Kilometern, der vor allem auf kurzen Strecken gefahren wurde, kann stärker beansprucht sein als ein Auto mit mehr Kilometern, das meist auf langen Strecken unterwegs war. Berücksichtigen Sie deshalb Wartungen und, soweit bekannt, wie das Auto genutzt wurde. Nutzen Sie zur zusätzlichen Orientierung eine passende, aktuelle Preisliste und prüfen Sie, ob deren Kilometerkorrektur zu Ihrem Fahrzeug passt. Die ADAC-Preisliste für Frühjahr/Sommer 2026 unterscheidet beispielsweise nach Fahrzeug- und Kilometerklasse; sie liefert keine universelle Formel für jedes Auto.
Ausstattung ähnlicher Autos vergleichen
Notieren Sie Sonderausstattungen genau und prüfen Sie die Angaben anhand der Fahrzeugunterlagen. Vergleichen Sie Ihr Auto möglichst mit ähnlich ausgestatteten Angeboten. Ein teures Extra aus der Neuwagenbestellung lässt sich beim Gebrauchtwagenverkauf nicht automatisch zum gleichen Anteil auf den Preis aufschlagen.
Online-Rechner berücksichtigen Extras unterschiedlich. AutoScout24 bezieht vergleichbare Ausstattungen in seine Bewertung ein. In den ADAC-Durchschnittspreisen der Preisliste Frühjahr/Sommer 2026 sind Sonderausstattungen dagegen nicht enthalten. Prüfen Sie deshalb, wie der Rechner den Preis ermittelt, bevor Sie den Wert wegen einzelner Extras anpassen.
Vergleichbare Auto-Inserate prüfen
Suchen Sie mehrere Angebote für Autos, die Ihrem möglichst ähnlich sind. Achten Sie besonders auf:
- Modell und Erstzulassung sowie Motorisierung und Getriebe
- Laufleistung und Ausstattung
- beschriebenen Zustand und bekannte Schäden
- Verkaufsregion und Verkaufskanal
Vergleichen Sie nicht nur die auffälligsten oder günstigsten Inserate. Ein besonders hoher Preis zeigt zunächst nur, was ein Anbieter verlangt. Er belegt nicht, dass ein Käufer diesen Betrag tatsächlich bezahlt. Auch regionale Unterschiede und abweichende Ausstattungen können erklären, warum Fahrzeuge mit ähnlichen Eckdaten zu unterschiedlichen Preisen angeboten werden.
Vergleichen Sie private Angebote getrennt von Händler-Verkaufspreisen und Händlerankaufspreisen. Die ADAC-Preisliste Frühjahr/Sommer 2026 nennt als Erfahrungswert einen Privatmarktpreis, der rund acht Prozent unter dem Händler-Verkaufspreis liegt. Sie führt auch Händler-Einkaufspreise auf. Diese Angaben beziehen sich auf die Grundlage dieser Tabelle. Sie sagen den Preis eines einzelnen Fahrzeugs nicht sicher voraus. Dort beziehen sich die Durchschnittspreise unter anderem auf unfallfreie, verkehrssichere Autos mit mindestens zwölf Monaten Hauptuntersuchung und durchschnittlicher Laufleistung.
Den Angebotspreis festlegen
Legen Sie den Angebotspreis erst fest, wenn Sie wissen, worauf Ihr Richtwert beruht und wie Ihr Auto davon abweicht. Liegt der Zustand über dem der passenden Vergleichsfahrzeuge, belegen Sie das mit Wartungsnachweisen und erledigten Arbeiten. Bei Mängeln orientieren Sie sich an Angeboten mit ähnlichem Zustand, statt einen unbegründeten Pauschalbetrag abzuziehen. Bei Extras zählt vor allem, ob vergleichbare Autos am Markt tatsächlich entsprechend ausgestattet sind.
Planen Sie einen möglichen Verhandlungsspielraum bewusst ein, ohne einen festen Prozentsatz anzunehmen, denn dafür gibt es keine allgemeingültige Vorgabe. Wenn Sie nach einer nachvollziehbaren Einschätzung einen höheren oder niedrigeren Preis ansetzen, sollten Sie die Gründe aus dem Zustand, dem Vergleichsmarkt und dem gewählten Verkaufskanal erklären können.