Kleine Kratzer, Dellen und Schrammen sind bei Gebrauchtwagen normal. Sie können den Verkaufspreis senken; einen festen Abschlag pro Schaden gibt es nicht. Für die Preisverhandlung zählt, wie deutlich die Spuren sind. Auch der Pflegezustand des übrigen Autos und die Preise vergleichbarer Fahrzeuge spielen eine Rolle.
Käufer sollten das Auto genau prüfen, denn bei einer kurzen Besichtigung bleiben manche Schäden leicht verborgen. Sichtbare Spuren bieten einen sachlichen Anlass, den Zustand und mögliche Reparaturen anzusprechen.
Welche Stellen am Auto Sie prüfen sollten
Feine Lackkratzer, kleine Dellen und Steinschläge übersieht man leicht, besonders bei schlechtem Licht oder nassem Lack. Prüfen Sie das Auto deshalb bei Tageslicht und gehen Sie langsam um das Fahrzeug herum. Sehen Sie sich Türen, Türkanten, Türgriffe und Stoßfänger aus verschiedenen Blickwinkeln an. Dort zeigen sich häufig Kratzer und Abschürfungen.
Prüfen Sie auch Felgen, Scheiben und den Innenraum. Schrammen am Felgenrand lassen sich am besten zusammen mit den Reifenflanken beurteilen. Achten Sie bei Scheiben auf Steinschläge und Kratzer. Achten Sie im Innenraum auf abgenutzte Sitzpolster, Verkleidungen und Kunststoffflächen sowie auf Spuren im Kofferraum. Vergleichen Sie den Zustand mit dem Kilometerstand: Wenn das Auto bei vergleichsweise niedriger Laufleistung stark abgenutzt ist, fragen Sie nach.
Wann eine Spur den Preis beeinflusst
Ein sichtbarer Schaden beeinflusst, wie Käufer das einzelne Auto einschätzen. Käufer vergleichen Fahrzeuge nach Alter, Laufleistung und Pflegezustand. Eine auffällige Delle an der Tür oder mehrere tiefe Kratzer können daher bei der Verhandlung stärker ins Gewicht fallen als eine einzelne kleine Alltagsspur.
Auch der mögliche Reparaturaufwand spielt eine Rolle. Kleine Lackschäden lassen sich teilweise mit einer örtlich begrenzten Reparatur bearbeiten. Ob das sinnvoll ist und wie gut das Ergebnis ausfällt, hängt unter anderem von Lage, Größe und Farbe des Schadens ab. Die Reparaturkosten ergeben aber nicht automatisch den passenden Preisabschlag. Käufer und Verkäufer sollten dafür den Zustand des Autos und vergleichbare Marktpreise berücksichtigen.
Ein Kratzer oder eine Delle beweist für sich genommen keinen größeren Schaden; Risse an einem Kunststoffstoßfänger oder weitere Auffälligkeiten in der Umgebung sprechen jedoch dafür, genauer hinzusehen. Fragen Sie dann nach der Ursache und nach vorhandenen Reparaturen. Wenn mehr als ein oberflächlicher Schaden zu sehen ist, hilft eine fachkundige Prüfung weiter.
So sprechen Sie Gebrauchsspuren an
Zeigen Sie die Stelle konkret und beschreiben Sie, was Sie sehen. Statt pauschal einen hohen Nachlass zu verlangen, können Sie fragen, ob der Schaden bekannt ist, ob er repariert wurde und ob der Verkäufer eine Einschätzung zum Reparaturaufwand hat. Wenn Sie einen größeren Reparaturschaden vermuten, ist ein Kostenvoranschlag der Werkstatt hilfreicher als eine grobe Schätzung.
Bewerten Sie jede Spur im Zusammenhang mit dem restlichen Zustand. Ein gepflegtes Auto mit einer kleinen Delle ist anders zu bewerten als ein Fahrzeug mit mehreren Schäden und deutlicher Abnutzung. Nutzen Sie außerdem vergleichbare Angebote für dasselbe Modell und einen ähnlichen Kilometerstand als Orientierung. Die Zahl und Größe der Kratzer allein sagt nicht zuverlässig, wie stark das Auto an Wert verliert.