Kurze Antwort
Lädt Ihr E-Auto im Winter an der Schnellladesäule langsamer, liegt das meist an der kalten Batterie. Bei niedrigen Temperaturen bewegen sich die geladenen Teilchen in den Batteriezellen langsamer. Zum Schutz der Zellen begrenzt die Fahrzeugsteuerung deshalb, wie viel Strom in den Akku fließt.
Wie viel länger das Laden dauert, hängt vor allem von der Akkutemperatur, dem Fahrzeugmodell und dem Ladestand ab. Eine vorgewärmte Batterie und Schnellladen direkt nach der Fahrt verkürzen die Ladepause.
Warum Kälte die Ladeleistung senkt
In einer kalten Batterie bewegen sich die geladenen Teilchen, die Ionen, langsamer. Gleichzeitig steigt der elektrische Widerstand im Akku. Dadurch nimmt der Akku weniger Leistung auf. Die Fahrzeugsteuerung begrenzt deshalb den Ladestrom und schützt so die Zellen.
Entscheidend ist die Temperatur der Batterie, nicht nur die Außentemperatur. Steht ein Auto lange im Freien, ist sein Akku ausgekühlt. Nach einer Fahrt ist die Batterie häufig wärmer. Deshalb laden zwei Autos bei gleichem Wetter an derselben Säule unterschiedlich schnell.
Auch der Ladestand spielt eine Rolle: Bei vielen E-Autos sinkt die Ladeleistung, je voller der Akku ist. Eine niedrige Ladeleistung liegt also nicht immer an der Kälte.
Wie stark Kälte die Ladezeit verlängert
Wie viel länger ein E-Auto im Winter lädt, hängt vom Fahrzeug und den Bedingungen ab. In einem ADAC-Test lud ein VW ID.3 bei kalten Temperaturen anfangs mit geringerer Leistung als bei wärmerem Wetter. Beim Tesla Model Y stieg die Ladezeit im Test ohne vorgewärmte Batterie von 33 auf 56 Minuten. Diese Werte gelten nur für die getesteten Fahrzeuge und Bedingungen.
Die Modelle unterscheiden sich ebenfalls deutlich. In einer Untersuchung des ÖAMTC bei etwa null Grad dauerte das Laden je nach Fahrzeug zwei bis 26 Minuten länger als bei wärmerem Wetter. Beim getesteten Cupra Born sank die höchste Ladeleistung bei Kälte. Die Ergebnisse hängen unter anderem vom jeweiligen Modell ab. Auch Software und Ausstattung spielen dabei eine Rolle.
Diese Messungen betreffen vor allem das Schnellladen mit Gleichstrom. Sie sagen nicht allgemein aus, wie lange das Laden an einer privaten Wallbox dauert. Lädt Ihr Auto dort langsamer, prüfen Sie die Hinweise in der Betriebsanleitung und die angezeigte Ladeleistung.
So verkürzen Sie die Ladezeit im Winter
Hat Ihr Fahrzeug eine Batterievorkonditionierung, nutzen Sie sie vor einem Schnellladestopp. Dabei wärmt das Auto den Akku gezielt auf, damit er beim Laden die passende Temperatur hat. Bei manchen Modellen startet die Funktion automatisch, wenn Sie die Ladesäule als Ziel in das eingebaute Navigationsgerät eingeben. Das funktioniert nicht bei jedem Fahrzeug und nicht unbedingt mit der Navigation auf dem Smartphone. Prüfen Sie dazu die Bedienungsanleitung.
Wenn es zu Ihrer Fahrt passt, laden Sie direkt nach einer längeren Strecke. Dann ist die Batterie oft wärmer, als wenn das Auto mehrere Stunden bei Frost gestanden hat. Das ersetzt das gezielte Vorwärmen nicht in jedem Fall. Es hilft aber bei Fahrzeugen ohne diese Funktion oder ohne passende Einstellung.
Wenn Sie das Auto während des Vorwärmens anschließen können, nutzen Sie diese Möglichkeit nach Herstellerangabe. Je nach Fahrzeug kommt die Energie zum Heizen dann aus dem Stromnetz, sodass der Akku nicht für die Fahrt belastet wird. Die Funktion und ihre Wirkung unterscheiden sich je nach Modell.
Wenn Ihr Auto lange bei Frost gestanden hat, planen Sie an einer Schnellladesäule mehr Zeit ein, besonders wenn es den Akku nicht gezielt vorwärmen kann. Rechnet Ihr Tarif nach Ladezeit ab, prüfen Sie, wie die Kosten berechnet werden. Bei niedriger Ladeleistung dauert das Laden länger und kann dadurch teurer werden.
Quellen und weitere Informationen
Angaben können je nach Modell und Baujahr abweichen. Beachten Sie die Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs. Eine Beschreibung im Internet ersetzt keine Diagnose am Auto.
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