Extras können mehr Interessenten ansprechen und den Verkaufspreis erhöhen. Ob Käufer dafür mehr zahlen, hängt vom Modell und der Fahrzeugklasse ab. Es gibt keinen festen Betrag, den Extras zum Preis beitragen.

In der Kompaktklasse sind Klimaautomatik, Sitzheizung, Navigation und Freisprecheinrichtung oft gefragt. Bei Kleinwagen und älteren Modellen zählt andere Ausstattung als bei einer gut ausgestatteten Mittelklasse-Limousine. Vergleichen Sie das Auto deshalb mit ähnlichen Fahrzeugen.

Komfort und Alltagstauglichkeit

Ausstattung, die den Alltag erleichtert, kann ein Auto für mehr Käufer interessant machen. Laut einem Fahrzeugbewerter von Schwacke waren in der Kompaktklasse unter anderem Navigation, Klimaautomatik, Sitzheizung, Freisprecheinrichtung und Metalliclackierung gefragt. Einparkhilfe, Tempomat und Totwinkelwarner können Käufer ebenfalls ansprechen.

Die Ausstattung muss zum Alter und zur Klasse des Autos passen. Bei einem jüngeren Gebrauchtwagen erwarten Käufer Funktionen, die bei älteren Modellen noch als Sonderausstattung galten. Extras, die inzwischen zur Serienausstattung gehören, heben ein Auto im Vergleich kaum noch hervor. Prüfen Sie deshalb die Ausstattungslinie und das Modelljahr, bevor Sie ein Extra als Verkaufsargument nennen.

Assistenz und digitale Funktionen

Park- und Sicherheitsassistenten helfen beim Rangieren oder warnen vor Gefahren. Notbremsassistent, Totwinkelassistent und Abstandswarner wurden in einer von mobile.de veröffentlichten YouGov-Befragung aus dem Jahr 2020 von vielen Befragten als wichtige Kaufmerkmale genannt. Die Ergebnisse zeigen, welche Merkmale Befragte 2020 wichtig fanden. Sie sagen weder etwas über die heutige Zahlungsbereitschaft noch über einen konkreten Mehrerlös aus.

Auch digitale Funktionen tauchen in der Gebrauchtwagensuche auf. Im mobile.de-Marktreport mit Daten aus dem Jahr 2024 filterten Nutzer häufig nach Navigation, Head-up-Display, Apple CarPlay, einem volldigitalen Kombiinstrument und Spurwechselassistent. Die Anteile zeigen, wie oft Nutzer auf der Plattform nach diesen Extras filterten. Sie sagen nicht aus, wie viel mehr Käufer für ein Auto mit diesen Extras bezahlen.

Nennen Sie in der Anzeige konkret, welche Funktionen vorhanden sind und wie sie sich bedienen lassen. Bei Assistenzsystemen ist auch wichtig, ob sie zuverlässig arbeiten und keine Warnmeldungen anzeigen. Eine lange Liste von Funktionen überzeugt weniger, wenn einzelne Systeme defekt sind.

Ausstattung muss zum Modell passen

Käufer bewerten dasselbe Extra je nach Fahrzeugklasse unterschiedlich. Ledersitze können bei einem Fahrzeug der oberen Mittelklasse gefragt sein, während Käufer eines Kleinwagens dafür weniger zahlen wollen. Umgekehrt kann eine gute Komfortausstattung ein einfacheres Modell gegenüber vergleichbaren Angeboten interessanter machen.

Seltene Sonderwünsche können den Verkauf ebenfalls erschweren. Eine ungewöhnliche Farbe oder ein spezielles Polster spricht mitunter nur wenige Käufer an. Das gilt auch für einen individuellen Umbau. Nachgerüstete Technik ist ebenfalls kein automatischer Wertgewinn. Käufer beurteilen, ob sie zum Fahrzeug passt. Sie prüfen außerdem, ob sie fachgerecht eingebaut wurde und im Alltag funktioniert.

Extras mit ähnlichen Angeboten vergleichen

Vergleichen Sie zuerst Angebote mit möglichst ähnlichem Modell, Baujahr, Motor und Kilometerstand. Achten Sie darauf, welche Extras bei diesen Fahrzeugen tatsächlich vorhanden sind und wie Verkäufer sie in den Anzeigen hervorheben. Sie können den Wert eines einzelnen Extras selten getrennt bestimmen: Auch der Zustand und die Wartung beeinflussen den Preis. Das gilt ebenso für Unfallfreiheit und die übrige Ausstattung.

Ein älterer Angebotsvergleich zum VW Golf VI fand für Fahrzeuge mit Navigation und Park-Distance-Control im Durchschnitt höhere Angebotspreise als für Fahrzeuge ohne beide Merkmale. Der Vergleich stammt aus dem Jahr 2013 und belegt weder einen heutigen Preisaufschlag noch, dass allein die Ausstattung den Unterschied verursachte. Er zeigt, warum solche Einzelbeispiele nicht auf andere Modelle übertragen werden sollten.

Die ADAC-Gebrauchtwagenpreise berücksichtigen einzelne Sonderausstattungen nicht. Laut DAT beeinflussen Zustand und Ausstattung den Wert eines konkreten Fahrzeugs. Auch regionale Unterschiede spielen dabei eine Rolle. Für einen realistischen Verkaufspreis sollten Sie deshalb vergleichbare Inserate als Orientierung nutzen und den Zustand Ihres Autos getrennt davon bewerten.

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