Kurze Antwort
Wenn Ihr E-Auto an der Schnellladesäule langsamer lädt als erwartet, liegt das oft am Ladestand oder an der Temperatur des Akkus. Auch die Technik Ihres Autos und eine Säule, an der zwei Autos angeschlossen sind, begrenzen die Ladeleistung. Die Spitzenleistung auf dem Display der Säule zeigt deshalb nicht, wie schnell Ihr Auto tatsächlich lädt.
Akku und Ladestand bremsen
Je voller der Akku ist, desto stärker senkt das Batteriemanagement, also die Steuerung des Akkus, meist die Ladeleistung. Oberhalb von etwa 80 Prozent dauert das Nachladen häufig deutlich länger. Wie sich die Ladeleistung während des Ladevorgangs verändert, hängt vom Fahrzeug ab. 80 Prozent sind ein Richtwert, keine feste Grenze.
Auch ein kalter oder sehr warmer Akku nimmt weniger Leistung auf. Bei manchen Autos erwärmt die Vorkonditionierung den Akku gezielt vor dem Schnellladen. Ob sie automatisch startet oder eine bestimmte Einstellung braucht, steht in der Bedienungsanleitung. Bei einigen Modellen muss die Säule dafür als Ziel in der Fahrzeugnavigation eingegeben werden.
Wie deutlich Kälte die Ladeleistung beeinflussen kann, zeigte ein ADAC-Test mit einem VW ID.3: Bei minus 7 Grad lag die Leistung zu Beginn zeitweise unter 50 kW, bei 23 Grad erreichte sie zeitweise 125 kW. Das sind Messwerte dieses Fahrzeugs unter den Testbedingungen, keine allgemeine Prognose für jedes E-Auto.
Auto und Säule teilen die Leistung
Ihr Auto nimmt nur so viel Strom auf, wie seine Technik bei der aktuellen Temperatur und dem aktuellen Ladestand zulässt. Ein Auto mit einer maximalen Ladeleistung von 100 kW lädt auch an einer 350-kW-Säule höchstens mit 100 kW. Herstellerangaben zur Spitzenleistung gelten zudem nicht über den gesamten Ladevorgang.
An manchen Säulen teilen sich zwei angeschlossene Autos die verfügbare Leistung. Wie viel jedes Fahrzeug erhält, hängt von der Anlage ab. Einige Säulen verteilen die Leistung dynamisch. Deshalb bekommt nicht jedes Auto immer genau die Hälfte. Prüfen Sie, ob ein zweiter Anschluss derselben Säule belegt ist. Zum Vergleich können Sie einen freien Ladepunkt nutzen.
So prüfen Sie die Ladeleistung
Schauen Sie auf die Leistungsanzeige im Auto oder an der Säule. Sinkt die angezeigte Leistung, während der Akkustand steigt, passt das oft zum normalen Ladeverlauf. Vergleichen Sie den Wert außerdem mit den Angaben für Ihr Fahrzeug und berücksichtigen Sie, ob der Akku kalt oder warm ist.
Prüfen Sie, ob der Stecker sichtbar richtig sitzt und verriegelt ist. Verwenden Sie einen beschädigt wirkenden Stecker nicht und melden Sie den Schaden dem Betreiber. Zeigt die Säule nach dem Start keine Leistung an oder bricht der Ladevorgang ab, versuchen Sie es an einem anderen Ladepunkt, sofern das sicher möglich ist.
Bleibt die Leistung an mehreren Säulen unter vergleichbaren Bedingungen auffällig niedrig, beachten Sie Warnmeldungen im Auto und wenden Sie sich an den Hersteller oder eine Werkstatt. Tritt das Problem nur an einer bestimmten Säule auf, informieren Sie den Betreiber. Ein einzelner niedriger Wert reicht nicht aus, um einen Defekt am Fahrzeug festzustellen.
Quellen und weitere Informationen
Angaben können je nach Modell und Baujahr abweichen. Beachten Sie die Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs. Eine Beschreibung im Internet ersetzt keine Diagnose am Auto.
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