Achten Sie bei der Probefahrt mit einem Gebrauchtwagen auf den Motorstart und die Gasannahme, saubere Schaltvorgänge sowie Lenkung und Bremsen. Geräusche, Ruckeln oder Vibrationen zeigen, dass Sie genauer hinsehen sollten. Für sich genommen verraten sie aber nicht, was defekt ist.
Fahren Sie zunächst langsam und testen Sie danach verschiedene Fahrsituationen, wenn Strecke und Verkehr es zulassen. Eine Probefahrt ersetzt keine Prüfung durch eine Fachwerkstatt.
Vor der Fahrt klären
Vereinbaren Sie mit dem Verkäufer, wie lange und auf welchen Strecken Sie fahren dürfen. Klären Sie auch den Versicherungsschutz und lesen Sie eine Probefahrtvereinbarung vor der Unterschrift. Wenn möglich, nehmen Sie eine Begleitperson mit: Sie kann auf Geräusche achten, während Sie sich auf den Verkehr konzentrieren.
Achten Sie vor dem Losfahren auf bereits vorhandene Schäden und halten Sie diese fest. Bitten Sie den Verkäufer, den Wagen vor dem Termin nicht gezielt warmzufahren. Ein Kaltstart zeigt, wie der Motor nach längerer Standzeit anspringt.
Start und Leerlauf prüfen
Beobachten Sie beim Start, ob der Motor zügig anspringt. Danach sollte er ruhig laufen. Achten Sie auf unrunden Lauf, ungewöhnliche Geräusche und Warnanzeigen im Armaturenbrett. Fragen Sie genauer nach, wenn der Motor verzögert startet oder unruhig läuft.
Geben Sie anschließend vorsichtig Gas. Der Motor sollte passend darauf reagieren, wenn Sie das Gaspedal betätigen. Ruckelt er oder setzt die Reaktion auffällig verzögert ein, merken Sie sich die Situation. Ein einzelner Eindruck verrät noch nicht, welches Bauteil dafür verantwortlich ist.
Beschleunigen und schalten
Beschleunigen Sie im normalen Fahrbetrieb und beobachten Sie, ob die Kraft gleichmäßig einsetzt. Sie müssen dafür weder stark beschleunigen noch den Motor hoch drehen. Entscheidend ist, ob das Auto beim normalen Fahren gleichmäßig beschleunigt.
Bei einem Schaltgetriebe sollten sich die Gänge ohne viel Kraft und ohne Hast einlegen lassen. Achten Sie auf hakelige oder laute Schaltvorgänge. Bei Automatikgetrieben unterscheiden sich die Reaktionen je nach Bauart und Modell. Beobachten Sie, ob die Gangwechsel im normalen Fahrbetrieb gleichmäßig und nachvollziehbar ablaufen, und vergleichen Sie den Eindruck bei Unsicherheit mit den Angaben zum Fahrzeug.
Geräusche und Vibrationen wahrnehmen
Schalten Sie Radio und Lüftung zeitweise aus und hören Sie bei niedriger und höherer Drehzahl auf Motor-, Getriebe- und Fahrgeräusche, damit diese besser hörbar sind. Knacken beim Lenken, Schleifgeräusche oder andere Geräusche, die wiederholt auftreten, sollten Sie festhalten. Gehen Sie nicht sofort davon aus, dass ein bestimmtes Bauteil die Ursache ist.
Achten Sie außerdem darauf, ob Lenkrad oder Fahrzeug während der Fahrt vibrieren. Manche Vibrationen fallen erst bei höherem Tempo auf. Auch wenn eine kurze Stadtfahrt solche Auffälligkeiten nicht immer aufdeckt, fahren Sie dafür nicht schneller, als es Strecke und Verkehrslage erlauben.
Lenkung und Bremsen prüfen
Fahren Sie zunächst langsam und achten Sie darauf, ob das Auto direkt auf Lenkbewegungen reagiert. Auf einer geeigneten, möglichst ebenen Strecke sollte das Auto stabil in seiner Fahrspur bleiben. Nehmen Sie zum Prüfen nicht die Hände vom Lenkrad. Notieren Sie Knackgeräusche und auffällige Verzögerungen, bevor das Auto auf Lenkbewegungen reagiert.
Prüfen Sie die Bremsen nur, wenn die Verkehrslage es sicher zulässt. Bremsen Sie zunächst sanft und achten Sie darauf, ob das Auto gleichmäßig verzögert und in der Spur bleibt. Bei Schleifgeräuschen, einem ungewöhnlichen Bremsgefühl oder deutlichem Ziehen zur Seite sollten Sie die Bremsen fachlich prüfen lassen. Verzichten Sie auf starkes Bremsen, wenn andere Verkehrsteilnehmer gefährdet wären.
Auffälligkeiten richtig einordnen
Notieren Sie nach der Fahrt, in welcher Situation Ihnen etwas aufgefallen ist, zum Beispiel beim Kaltstart, beim Schalten oder beim Bremsen. So können Sie gezielt beim Verkäufer nachfragen und das Auto unabhängig prüfen lassen, wenn ein Punkt ungeklärt bleibt. Aus einem einzelnen Geräusch oder einer Vibration lässt sich keine verlässliche Diagnose ableiten.
Einige Prüfpunkte für Verbrennungsmotoren lassen sich bei Elektroautos und Hybriden nicht genauso anwenden. Fragen Sie deshalb nach passenden Hinweisen für den jeweiligen Antrieb. Achten Sie bei Elektro- und Hybridautos auch auf ihre besonderen Funktionen.