Wenn Sie Ihr Auto verkaufen wollen, geben kostenlose Online-Rechner und aktuelle Inserate erste Hinweise auf den Preis. Vergleichen Sie mehrere Quellen und berücksichtigen Sie den Zustand Ihres Fahrzeugs. Die erste Einschätzung ist ein Richtwert, kein verbindlicher Verkaufspreis.

Die Quellen nennen unterschiedliche Werte: zum Beispiel den durchschnittlichen Händlerverkaufspreis, einen aus Inseraten geschätzten Wert oder einen unverbindlichen Marktwert. Entscheidend ist, ob der Wert zu Ihrem Fahrzeug und zur geplanten Verkaufsart passt.

Kostenlose Quellen im Vergleich

Quelle Was die Einschätzung abbildet Wofür sie sich eignet Grenze der Aussage
ADAC-Gebrauchtwagenpreise Durchschnittlicher Händlerverkaufspreis auf Grundlage von Fahrzeugdaten und Kilometerstand Als Vergleichswert neben Online-Inseraten Der Händlerverkaufspreis entspricht nicht automatisch dem Erlös bei einem Privatverkauf.
DAT-Gebrauchtfahrzeugwerte Kostenlose, unverbindliche Ersteinschätzung Als zusätzliche Orientierung aus einer anderen Datenquelle DAT weist darauf hin, dass der tatsächliche Kaufpreis abweichen kann. Sonderausstattung wird bei der Online-Schätzung nicht berücksichtigt.
mobile.de-Wertermittlung Ersteinschätzung auf Basis von Fahrzeuginseraten Als marktbezogener Richtwert, besonders wenn Sie anschließend selbst Inserate vergleichen Das Ergebnis beruht auf Angeboten und ersetzt keine Besichtigung des konkreten Autos.
AutoUncle Auswertung von Gebrauchtwagenangeboten und ein geschätzter Marktpreis; das Angebot unterscheidet auch Verkaufswege Als Ergänzung, um vergleichbare Angebote und unterschiedliche Preisbereiche zu finden Inserate zeigen Angebotspreise, keine bestätigten Verkaufspreise. Bei seltenen Fahrzeugen und Oldtimern ist die Vergleichbarkeit begrenzt.
Eigene Suche in Onlinebörsen Aktuell angebotene Fahrzeuge, gefiltert nach Modell und weiteren Merkmalen Um die Konkurrenz und Unterschiede bei Ausstattung und Zustand zu sehen Ein inserierter Preis belegt nicht, dass das Fahrzeug zu diesem Betrag verkauft wurde.

Vergleichen Sie die Ergebnisse der Rechner. Wenn sie deutlich auseinanderliegen, prüfen Sie zuerst, ob Sie überall dieselbe Modell- und Motorvariante sowie vergleichbare Fahrzeugdaten eingegeben haben. Prüfen Sie danach, ob die Quellen dieselbe Art von Preis nennen. Ein durchschnittlicher Händlerverkaufspreis und eine Schätzung aus Inseraten lassen sich nicht direkt gleichsetzen.

Fahrzeugdaten richtig eingeben

Eine ungenaue Modellbezeichnung oder eine falsche Motorvariante führt schnell zu unpassenden Vergleichswerten. Halten Sie vor der Suche den Fahrzeugschein, das Serviceheft und den letzten Bericht der Hauptuntersuchung (HU) bereit. Prüfen Sie darin die Erstzulassung, die genaue Variante und den Kilometerstand. Erfassen Sie auch Getriebe, Zahl der Halter, Ausstattung und Zubehör so genau wie möglich.

Wenn Sie bei der Ausstattung unsicher sind, sehen Sie in den Fahrzeugunterlagen oder im Bestellschein nach. Eine umfangreiche Ausstattung erschwert den Vergleich, und nicht jeder Online-Rechner berücksichtigt sie vollständig. Laut Anbieter bezieht die DAT-Ersteinschätzung Sonderausstattung nicht ein.

Vergleichbare Inserate auswählen

Suchen Sie nach Fahrzeugen derselben Modellgeneration und Motorvariante. Vergleichen Sie dann Baujahr beziehungsweise Erstzulassung, Kilometerstand, Ausstattung und beschriebenen Zustand. Ein Fahrzeug mit ähnlicher Bezeichnung, aber anderer Motorvariante oder deutlich anderer Ausstattung eignet sich nur bedingt als Vergleich.

Betrachten Sie mehrere passende Inserate und notieren Sie, wodurch sich die Angebote unterscheiden. Ein höherer Preis kann mit einer besseren Ausstattung oder einem dokumentierten Wartungsverlauf zusammenhängen; ein günstigeres Angebot kann erkennbare Schäden oder eine andere Verkaufsart betreffen. Einzelne auffällige Angebote sollten Sie nicht ungeprüft zum Maßstab machen.

Die Inserate zeigen einen Ausschnitt der aktuellen Angebotspreise. Daraus lässt sich kein sicherer Verkaufspreis ableiten, denn die Portale veröffentlichen nicht für jedes Fahrzeug den tatsächlich vereinbarten Kaufpreis. Auch die Zahl der Anfragen oder die Zeit, die ein Inserat online steht, verrät nicht zuverlässig, welchen Betrag der Verkäufer am Ende erhalten hat.

Zustand des eigenen Autos prüfen

Online-Rechner sehen Ihr Auto nicht. Prüfen Sie es deshalb selbst, um den Richtwert einzuordnen. Achten Sie bei Lack, Scheiben, Felgen und Innenraum auf sichtbare Schäden und Gebrauchsspuren. Prüfen Sie auch Reifen und Beleuchtung und achten Sie auf Warnmeldungen oder ausgefallene Funktionen.

Sammeln Sie Wartungs- und Reparaturbelege, den HU-Bericht, Angaben zu bekannten Vorschäden und Unterlagen zu mitverkauftem Zubehör. Diese Informationen helfen Ihnen, das eigene Fahrzeug mit den Inseraten fair zu vergleichen und Interessenten konkrete Angaben zu machen. Notieren Sie erkennbare Mängel, statt dafür pauschal einen Betrag abzuziehen. Für Kratzer, Verschleiß oder fehlendes Zubehör gibt es keine feste Formel für einen Preisabschlag.

Eine Sichtprüfung ersetzt keine technische Diagnose und deckt verdeckte Schäden nicht zuverlässig auf. Eine bestandene Hauptuntersuchung bestätigt außerdem nicht den vollständigen Zustand des Fahrzeugs zum Verkaufszeitpunkt. Bei einem gebrauchten Elektroauto ist auch der Zustand der Batterie ein wichtiger Vergleichspunkt. Ein vorhandenes Batterietestprotokoll liefert dazu zusätzliche Informationen.

Preis nach Verkaufsweg einordnen

Klären Sie, ob Sie privat verkaufen, das Auto an einen Händler abgeben oder es in Zahlung geben möchten. Für diese Verkaufswege nennen die Quellen unterschiedliche Preise: Der ADAC nennt einen durchschnittlichen Händlerverkaufspreis, andere Rechner schätzen den Wert anhand von Inseraten oder unterscheiden nach Verkaufsweg. Ein Richtwert für den Händlerverkauf sagt daher nicht voraus, welchen Betrag Sie beim Privatverkauf erzielen.

Beim Privatverkauf organisieren Sie selbst Anfragen, Besichtigungen und Probefahrten. Dafür legen Sie den Angebotspreis anhand ähnlicher Inserate und des Zustands Ihres Autos fest. Beim Händlerverkauf zählt dessen Ankaufangebot. Vergleichen Sie daher nur Werte, die zum jeweiligen Verkaufsweg passen. Ein pauschaler prozentualer Aufschlag oder Abschlag lässt sich aus den kostenlosen Quellen nicht zuverlässig ableiten.

Wann Online-Rechner wenig helfen

Bei seltenen Modellen, Oldtimern oder Fahrzeugen mit ungewöhnlicher Ausstattung gibt es oft nur wenige passende Inserate. Auch besondere Umbauten oder ein stark abweichender Zustand erschweren den Vergleich. In solchen Fällen sollten Sie die Onlinewerte als grobe Orientierung behandeln und keine scheinbar genaue Zahl daraus ableiten.

Für eine erste Preiseinschätzung brauchen Sie kein kostenpflichtiges Gutachten. Wenn Sie den Zustand oder besondere Merkmale Ihres Autos anhand der verfügbaren Informationen nicht sinnvoll einschätzen können, lassen Sie es bei Bedarf zusätzlich individuell prüfen. Rechner, Inserate und eigene Unterlagen können Sie auch ohne diese Prüfung für eine erste Preisorientierung nutzen.

Quellen und weitere Informationen
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