Ein Haltegriff im Bad, eine Medikamentenerinnerung oder ein Hausnotrufknopf helfen bei alltäglichen Aufgaben. Solche Hilfsmittel, Geräte und Dienste brauchen weder Internet noch künstliche Intelligenz.
Ein Assistenzsystem muss zum Bedarf passen und sich im Alltag einfach bedienen lassen. Vernetzte Geräte können Daten erfassen oder andere Personen alarmieren. Dafür braucht es klare Regeln zu Datenschutz, Selbstbestimmung und Fehlalarmen.
Was Assistenzsysteme leisten
Assistenzsysteme helfen zum Beispiel beim Bewegen, Erinnern, Kommunizieren oder Wohnen. Ein Greifstock erleichtert das Aufheben von Gegenständen. Eine Vorlesefunktion macht digitale Texte zugänglicher. Eine automatische Beleuchtung kann den Weg durch die Wohnung besser ausleuchten. Ein Notrufknopf verbindet die nutzende Person bei Bedarf mit einer Anlaufstelle.
Manche Hilfen arbeiten ohne Elektronik. Andere reagieren auf Eingaben oder messen Veränderungen in der Wohnung. Ein Sensor kann zum Beispiel melden, wenn er eine bestimmte Zeit lang keine Bewegung erfasst. Damit eine solche Meldung hilft, muss feststehen, wer sie erhält und wie diese Person reagiert.
Auch Smart-Home-Geräte wie vernetzte Lautsprecher oder Thermostate können eine Alltagshandlung erleichtern. Sie sind dadurch nicht automatisch barrierefrei oder als Pflegehilfe geeignet. Eine Sprachsteuerung hilft beispielsweise nur, wenn die Person sie zuverlässig nutzen kann und das Gerät die benötigten Funktionen unterstützt.
Wann Assistenzsysteme im Alltag helfen
Ein passendes Assistenzsystem kann eine bestimmte Handlung erleichtern oder an eine Aufgabe erinnern. Im Notfall kann es eine Verbindung zu Hilfe herstellen. Die Weltgesundheitsorganisation zählt dazu sehr unterschiedliche Produkte: von Hörgeräten und Rollstühlen bis zu Spracherkennung und Zeitmanagement-Software. Nach ihrer Schätzung benötigten 2024 weltweit mehr als 2,5 Milliarden Menschen mindestens ein Assistenzprodukt. Diese Zahl umfasst auch klassische Hilfsmittel und sagt nichts darüber aus, wie viele Menschen digitale Systeme nutzen.
Ob eine Technik im Alltag nützt, hängt von der Person, der Aufgabe und der Umgebung ab. Ein Medikamentenspender ist zum Beispiel nur dann eine passende Hilfe, wenn seine Bedienung verständlich ist und geklärt wurde, wer bei einer Störung unterstützt. Eine automatische Erinnerung ersetzt keine medizinische Beratung und sorgt allein auch nicht dafür, dass ein Medikament richtig eingenommen wird.
Die Forschung liefert kein einheitliches Urteil für alle Systeme. Eine Übersicht zu Technologien, die Alltagsaktivitäten älterer Menschen zu Hause überwachen, kam 2023 zu dem Ergebnis, dass die untersuchten Lösungen überwiegend noch in der Entwicklung waren und sich nicht allgemein empfehlen ließen. Studien zu anderen Hilfsmitteln oder Einsatzbereichen können zu anderen Ergebnissen kommen. Ein einzelner erfolgreicher Einsatz zeigt nicht, dass das System allgemein wirkt.
Datenschutz und Selbstbestimmung
Vernetzte Geräte können Informationen über Wohnverhalten, Tagesabläufe oder Gesundheit verarbeiten. Solche Daten können bei einem Notfall nützlich sein, greifen aber zugleich in die Privatsphäre ein. Klären Sie vor der Nutzung, welche Daten ein Gerät sammelt, wer sie sehen kann und wer bei einem Alarm benachrichtigt wird.
Besonders bei Sensoren und Ortungsfunktionen zählt die Zustimmung der Person, die sie nutzen soll. Klären Sie, ob sie das Gerät ausschalten oder ablehnen kann und ob Angehörige oder Pflegekräfte Zugriff auf die Daten erhalten. Technik sollte persönliche Betreuung ergänzen. Sie ersetzt weder menschlichen Kontakt noch automatisch die notwendige Versorgung.
Bei vernetzten Geräten gehören außerdem Kontoschutz und Aktualisierungen zur Nutzung. Der Cybersicherheitsmonitor von Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und Polizeilicher Kriminalprävention befragte 2024 Menschen in Deutschland zu Smart-Home-Geräten und Schutzmaßnahmen. Von den befragten Personen, die Smart Speaker nutzen, gaben 34 Prozent an, für das zugehörige Konto ein starkes Passwort zu verwenden. 28 Prozent gaben an, automatische Aktualisierungen eingeschaltet zu haben. Das sind Selbstauskünfte und keine technische Prüfung einzelner Geräte. Prüfen Sie deshalb auch die Einstellungen des konkreten Produkts und schalten Sie Funktionen ab, die Sie nicht benötigen.
Die passende Hilfe auswählen
Beginnen Sie mit der Alltagshandlung, die Schwierigkeiten macht. Geht es darum, sich sicherer in der Wohnung zu bewegen, an eine Aufgabe zu denken oder im Notfall Hilfe zu rufen? Eine klar beschriebene Aufgabe macht es leichter, einfache Hilfen mit digitalen Angeboten zu vergleichen.
Achten Sie darauf, dass die Person das Gerät versteht und selbst bedienen kann. Prüfen Sie außerdem, ob das Gerät in der Wohnung funktioniert. Sehen Sie nach, welche Daten es verarbeitet. Klären Sie, wer bei einem Ausfall oder Alarm reagiert. Ein technischer Alarm ohne erreichbare Ansprechperson schafft keine verlässliche Hilfe.
Klären Sie vor dem Kauf auch die laufenden Kosten und mögliche Unterstützung bei der Finanzierung. Ob Sie einen Zuschuss oder eine Kostenübernahme erhalten, hängt vom Produkt und den geltenden Voraussetzungen ab. Bei einem vernetzten Gerät lohnt sich zusätzlich ein Blick darauf, wie der Anbieter Aktualisierungen bereitstellt und welche Funktionen ohne Internetverbindung ausfallen.
Quellen und weitere Informationen
- Assistive technology
- Barrierefrei wohnen: Umbau und Hilfsmittel | gesund.bund.de
- Digitalisierung in der Pflege | gesund.bund.de
- 01 © Marko Geber/ DigitalVision/ Getty Images Cybe
- Smart Home: Mehrheit hält eigene Daten für sicher | Presseinformation | Bitkom e. V.
- Ambient assisted living technologies to support older adults' health and wellness: a systematic mapping review - PubMed
- Technologies for monitoring activities of daily living in older adults: a systematic review - PubMed
- Smart Home Technologies for Ageing in Place: A Systematic Review of Health Outcomes, Independence, Healthcare Utilisation and Implementation Considerations
- Digitale Assistenzsysteme und Pflegebedürftigkeit: Nutzen, Potenziale und Handlungsbedarfe - GKV-Spitzenverband
Angaben können je nach Modell und Baujahr abweichen. Beachten Sie die Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs. Eine Beschreibung im Internet ersetzt keine Diagnose am Auto.


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