ADAC Listenpreis ermitteln: So finden Sie den Wert Ihres Autos heraus
Published on Mai 17, 2018
Wer den Listenpreis eines Autos sucht, will meist eine einfache Antwort: Was kostet das Fahrzeug offiziell? Der Listenpreis ist der vom Hersteller empfohlene Verkaufspreis für ein Neufahrzeug. Er steht in der Preisliste des Herstellers und dient als Grundlage für Rabatte, Leasingraten und Versicherungsbeiträge. Der ADAC bietet dafür kein eigenes Listenpreis-Werkzeug an, sondern eine kostenlose Gebrauchtwagenbewertung. Sie liefert den durchschnittlichen Händlerverkaufspreis eines konkreten Fahrzeugs und beantwortet damit die praktische Frage, die hinter der Suche nach dem Listenpreis meist steckt: Was ist mein Auto wert?
Was der Listenpreis bedeutet und was nicht
Der Listenpreis ist kein Marktpreis. Er ist der Preis, den der Hersteller für ein Neufahrzeug empfiehlt, bevor Händlerrabatte, Sonderaktionen oder Verhandlungen einsetzen. Käufer zahlen in der Praxis oft weniger, manchmal deutlich weniger. Bei Gebrauchtwagen spielt der Listenpreis nur noch eine indirekte Rolle: Er hilft, das Fahrzeug einzuordnen, sagt aber nichts über den aktuellen Wert aus.
Der Wert eines Gebrauchtwagens hängt von anderen Faktoren ab: Alter, Laufleistung, Zustand, Ausstattung und Nachfrage am Markt. Genau hier setzt die ADAC-Bewertung an.
Das ADAC-Werkzeug zur Gebrauchtwagenbewertung
Der ADAC stellt eine kostenlose Fahrzeugbewertung bereit. Das Werkzeug greift auf eine Datenbank mit Fahrzeugen der letzten zehn Jahre zurück und berechnet auf Grundlage des genauen Fahrzeugs und der Kilometerleistung den durchschnittlichen Händlerverkaufspreis. Das Ergebnis ist eine realistische Einschätzung, was ein Gebrauchtwagen aktuell wert ist.
Die ADAC-Bewertung liefert keinen Listenpreis, sondern einen Marktwert. Wer den Listenpreis eines Neufahrzeugs sucht, findet ihn in der offiziellen Preisliste des Herstellers oder beim Händler. Wer den Wert eines Gebrauchtwagens sucht, nutzt die ADAC-Bewertung. Beide Angaben erfüllen unterschiedliche Zwecke und sollten nicht verwechselt werden.
Warum der Wertverlust die größte Kostenposition ist
Der ADAC hat für rund 1200 aktuelle Modelle die Gesamtkosten der Fahrzeughaltung berechnet, einschließlich Versicherung und Wertverlust. Der Wertverlust ist die größte Kostenposition beim Autofahren. Er übersteigt die Ausgaben für Kraftstoff, Versicherung, Wartung und Steuern in den meisten Fällen deutlich.
Ein günstiger Anschaffungspreis sagt wenig über die tatsächlichen Kosten aus. Entscheidend ist, wie stark ein Modell an Wert verliert. Ein Fahrzeug mit hohem Listenpreis, aber stabilem Wiederverkaufswert kann auf die Gesamtkosten gerechnet günstiger sein als ein vermeintlich preiswertes Modell mit steilem Wertverfall.
Zusatzangebote: Ecotest und Fahrzeugsuche
Neben der Bewertung bietet der ADAC weitere Hilfen für die Fahrzeugwahl. Seit 2003 bewertet der ADAC-Ecotest das Umweltverhalten von Autos ganzheitlich. Er gilt als unabhängige Einschätzung für Käufer, die Wert auf Verbrauch und Emissionen legen. Der Ecotest ersetzt keine Preisermittlung, ergänzt aber die Entscheidung um eine wichtige Kennzahl.
Zusätzlich stellt der ADAC eine Übersicht der Automarken und eine detaillierte Fahrzeugsuche bereit. Dort lassen sich Fahrzeuge nach Merkmalen wie Verbrauch oder Leistung filtern. So lässt sich ein Modell eingrenzen, bevor man sich mit dem Preis beschäftigt.
So gehen Sie bei der Wertermittlung vor
Für eine realistische Einschätzung gehen Sie in drei Schritten vor:
- Listenpreis ermitteln: Suchen Sie den offiziellen Preis des Neufahrzeugs in der Preisliste des Herstellers oder fragen Sie beim Händler nach. Dieser Preis ist die Grundlage für Rabattverhandlungen.
- Gebrauchtwagenwert prüfen: Nutzen Sie die kostenlose ADAC-Fahrzeugbewertung. Geben Sie das genaue Modell, das Baujahr und die Kilometerleistung ein. Das Ergebnis ist der durchschnittliche Händlerverkaufspreis.
- Gesamtkosten vergleichen: Berücksichtigen Sie den Wertverlust als größte Kostenposition. Ein Modell mit stabilem Wert ist auf lange Sicht oft günstiger als ein Fahrzeug mit hohem Wertverfall, auch wenn es beim Kauf weniger kostet.
Der Listenpreis allein beantwortet die Frage nach den tatsächlichen Kosten nicht. Wer den Wert eines Autos kennt, verhandelt besser, kauft realistischer ein und vermeidet die teuerste Fehleinschätzung beim Autokauf: den Wertverlust zu unterschätzen.